Gelenke

Gelenkschmerzen und deren Auslöser

Eine Einführung in die möglichen Ursachen und Auslöser.

Es gibt eine Vielzahl an Ursachen für Gelenkschmerzen. Ein Beispiel sind Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis. Darunterfallen:

  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z.B. Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew)
  • degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Arthrose)
  • Weichteilrheumatismus (z.B. Fibromyalgie)
  • Stoffwechselerkrankungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen (z.B. Gicht).

Gelenkschmerzen-Ursachen

Folgende Krankheiten können ebenso Gelenkschmerzen verursachen:

Arthrose (Gelenkabnutzung, Gelenkverschleiß): Dabei baut sich der Knorpel, der die beiden Gelenkhälften umgibt, allmählich ab. Gemeinsam mit der Gelenkflüssigkeit bildet der Knorpel einen „Puffer“, der Stöße abfedert. Ist der Knorpel jedoch sehr dünn und rissig, reiben die Gelenkflächen direkt aufeinander – Gelenkschmerzen sind die Folge.

Fast jeder Mensch leidet mit zunehmendem Alter unter Arthrose, die im Prinzip jedes Gelenk betreffen kann. Der Gelenkverschleiß ist dem natürlichen Alterungsprozess geschuldet. Besonders verschleißanfällig sind die Knie- und Hüftgelenke, weil sie größere Lasten tragen müssen. Anfangs verspüren die meisten nur bei Belastungen oder bestimmten Bewegungen Gelenkschmerzen, später auch in Ruhe oder im Liegen. Dann sind Alltagsaktivitäten und die Lebensqualität oft erheblich beeinträchtigt.

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Harnsäurespiegel bedingt ist. In den Gelenken lagern sich feinste Harnsäurekristalle ab. Typisch für die Gicht sind plötzliche Gelenkschmerzen, die nachts oder am frühen Morgen einsetzen. Zudem schwillt das Gelenk an. Die meisten verspüren Gelenkschmerzen, oft schon beim leichten Druck durch die Bettdecke. Außerdem ist das betroffene Gelenk bei einem Gichtanfall gerötet und überwärmt. Zunächst betrifft die Gicht größtenteils nur ein Gelenk – nämlich jenes am großen Zeh. Später  können auch die Hand- und Fingergelenke sowie die Gelenke an Knie und Ellbogen entzündet sein.

Gelenkentzündung (Arthritis): Dabei entzünden sich ein oder mehrere Gelenke. Aufgrund der Entzündung schwellen die Gelenke an und schmerzen. Eine Borreliose, Gicht, Schuppenflechte oder Infektionen (z.B. mit Bakterien) können eine Arthritis auslösen. Ohne ausreichende Behandlung werden die betroffenen Gelenke allmählich zerstört.

Rheumatoide Arthritis ist die häufigste Form der Arthritis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen – in diesem Fall die Gelenke – angreift. Die Gelenke schwellen an, röten sich und fühlen sich warm an. Gelenkschmerzen, aber auch steife Gelenke und viele weitere Beschwerden sind typisch. Die Erkrankung kann Gelenkschmerzen im Ellenbogen, Knie, in den Zehen oder in der Schulter verursachen.

Morbus Bechterew (Bechterew-Krankheit) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Gelenke aufgrund von Entzündungen versteifen und das Knochengewebe mit der Zeit zerstört wird. Zugleich bildet der Körper „Knochenanhängsel“, die dort nicht hingehören.  Gelenkschmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit sind die Folgen. Morbus Bechterew betrifft besonders die Wirbelsäule, aber auch die sogenannten Iliosakralgelenke des Beckens.

Psoriasis-Arthritis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Zunächst entwickeln Betroffene die Hautkrankheit Schuppenflechte (Psoriasis). Später können sich auch die Gelenke entzünden, sie schwellen an und verursachen Gelenkschmerzen. Besonders oft sind die Gelenke an den Fingern und Zehen betroffen.

Lyme-Arthritis: Diese Krankheit entsteht in der Folge einer Borreliose. Die Verursacher der Borreliose sind spezielle Bakterien, die Borrelien. Unerkannt und unbehandelt verläuft die Infektionskrankheit in verschiedenen Stadien. Sie kann zuletzt die Gelenke (Lyme-Arthritis) und auch das Gehirn (Neuroborreliose) in Mitleidenschaft ziehen.

Fibromyalgie („Muskel-Faser-Schmerz“): Dahinter verbirgt sich eine chronische Schmerzkrankheit, die ein lebenslanger Begleiter ist. Betroffene klagen oft über Gelenkschmerzen am ganzen Körper (überall), weil die Muskeln, Sehnen, Bänder oder das Fettgewebe der Unterhaut („Weichteile“) betroffen sind. In der Mehrzahl der Fälle betrifft die Fibromyalgie Frauen.

Fehlhaltungen können auch auf die Gelenke gehen und Gelenkschmerzen auslösen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Die Schleimbeutel enthalten die Gelenksflüssigkeit, die gemeinsam mit dem Gelenkknorpel wie ein „Stoßdämpfer“ wirkt und Erschütterungen abfedert. Schleimbeutel können sich entzünden und Gelenkschmerzen auslösen. Oft entzünden sich die Schleimbeutel an den Gelenken von Knien, Hüften, Schulter oder Ellenbogen. Gelenkschmerzen sind die Folge.

Überlastung von Gelenken, zum Beispiel wenn Sie intensiv Sport treiben.

Verletzungen, etwa beim Sport, durch Verkehrsunfälle oder einen Sturz. Ein verstauchtes, verrenktes oder ausgerenktes Gelenk kann sehr heftige Gelenkschmerzen verursachen.

Infektionskrankheiten, zum Beispiel eine Grippe, Erkältung, Hepatitis oder typische „Kinderkrankheiten“ wie Windpocken, Masern oder Mumps gehen oft mit Muskel- und Gelenkschmerzen einher. Auch die Körpertemperatur erhöht sich meist bis hin zum Fieber. Gelenkschmerzen ohne Fieber deuten auf eine andere, nichtinfektiöse Ursache hin.

Gelenkschmerzen während den Wechseljahren sind keine SeltenheitAnders als viele glauben, gehen die Wechseljahre nicht nur mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Stimmungstiefs einher, sondern bei vielen Frauen auch mit Muskel- und Gelenkschmerzen. Eine wesentliche Ursache ist der immer weiter sinkende Östrogenspiegel.

Gelenkschmerzen in der Schwangerschaft kennt wohl fast jede werdende Mutter. Der Grund ist, dass das steigende Körpergewicht die Gelenke belastet. Oft schmerzen die Kniegelenke und der Rücken.

Gelenkschmerzen bei Kälte sind vielen Menschen nicht unbekannt. Bei kühlen Temperaturen und nasskaltem Wetter leidet oft nicht nur die Stimmung. Die Ursachen für Gelenkschmerzen bei Kälte sind oft Verschleißerscheinungen, rheumatoide Arthritis, Gicht oder Infektionskrankheiten, die im Winter Hochkonjunktur haben.

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